Feindliche Architektur? Wie Architektur und Stadtgestaltung wohnungslose Menschen beeinträchtigt oder unterstützt.

Foto mit Bänken in einem Park

Foto von Andra C Taylor Jr auf Unsplash

Am 28. November 2024 machten wir einen Rundgang durch die Bonner Innenstadt – gemeinsam mit dem Verein für Gefährdetenhilfe.

Welche Möglichkeiten bietet der (halb-)öffentliche Raum für Menschen, die den ganzen Tag (und die Nacht) auf ihn angewiesen sind? Wo ist er (absichtlich oder aus Unwissenheit) abweisend und wo einladend gestaltet? Wie können mögliche Nutzungskonflikte verschiedener Menschen bei der Gestaltung berücksichtigt werden? waren Fragen, die wir mit 20 Teilnehmenden gemeinsam mit Sebastian Jendrek, Streetworker des VfG, erörterten.

Aus Diskussionen in verschiedenen Veranstaltungen war die Idee entstanden, die Situation von wohnungslosen Menschen in Bonn näher in den Blick zu nehmen und zu fragen, wie unsere Kultur des Bauens und Stadtgestaltens beschaffen sein müsste, um eher hilfreich als feindlich zu sein.

Ein ca. eineinhalbstündiger Spaziergang führte uns an fürs Liegen unbequemen Bänken im öffentlichen Raum, mit Pflanzen vor dem sitzen falscher Personen geschützten Flächen in der Cassius-Passage, über den Busbahnhof und die an der Unterführung an der Poppelsdorfer Allee neu aufgestellten Bänke und den Bahnhof mit Sitzen, die ein hinlegen verhindern zur U-Bahn-Station Hauptbahnhof, an dessen Ausgang an der Thomas-Mann-Straßen ca. 20 Überwachungskameras in einem geschätzt 80 m² große Raum für Sicherheit vor wem auch immer sorgten.

Die Kolleginnen von Wir sind Stadt haben auf ihrem Blog eine kurze Zusammenfassung geschrieben und in der FiftyFifty vom Januar 2025 findet sich auch ein Bericht von Eva Tritschler zur Veranstaltung.

Wir planen verschiedene Folgeveranstaltungen zum Thema Obdachlosigkeit und öffentlicher Raum. Wir wollen unter anderem in den Blick nehmen, wie es denn mit Waschmöglichkeiten und Toiletten im öffentlichen Raum so aussieht (für Obdachlose und alle anderen Einwohner:innen) oder wer denn eigentlich für die Bequemlichkeit öffentlicher Möblierung für unterschiedliche Zielgruppen bei der Stadt Bonn zuständig ist.

Hingewiesen sei noch auf eine Webseite zu „defensiver Architektur“ von Linus Laube, Mitarbeiter des VfG und Masterstudent der Geographie, auf der man abweisende, feindliche, „defensive“ Architektur eintragen kann: https://defensivearchitektur.org/.

So wird sichtbar, wie freundlich oder feindlich der öffentliche Raum gestaltet ist.

Bericht: Michael Lobeck, Vorsitzender Forum Stadt Bau Kultur Bonn e.V., promediare.de